Oh du Fröhliche – Wie das Schenken gelingt

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Wer kennt das nicht. Die Kerzen brennen, alle sind ganz aufgeregt, die Geschenke liegen unter dem Baum. Der große Moment ist gekommen: Sie blickt erwartungsvoll mit einem Glanz im Blick und einem Zeichen von Rührung auf ihr Weihnachtsgeschenk. Sie öffnet erwartungsvoll die Schleife. Jetzt noch das Geschenkpapier öffnen und sie wird sich vor Freude kaum noch zurückhalten können. Das wird bestimmt eine heiße Nacht, denkt er sich. Doch plötzlich reißt der Film, denn ihre Freude über den neuen Kochtopf ist nicht so groß, wie erwartet. Ganz im Gegenteil, die Enttäuschung ist offensichtlich, dem Glanz in den Augen ist den Tränen gewichen. Der ganze restliche Abend dreht sich um Vorwürfe und Konflikte….

Das ist sicher eine überspitzte Darstellung einer Alltagssituation, die wohl schon jeder Mann einmal so ähnlich erlebt hat. Das richtige Geschenk zu finden kann nämlich eine wahre Herausforderung sein. Geschenke können die Beziehung beleben oder abtöten. Aus diesem Grund widme ich diesen Artikel passend zur Weihnachtszeit diesem Thema.

 

NoGos unter dem Weihnachtsbaum

Zunächst möchte ich auf die größten Fauxpas beim Schenken eingehen. Die wohl unpassendsten Geschenke sehen so aus:

- Praktische Geschenke: Sind Geschenke, die nützlich sind, aber weder persönlich, noch besonders umsichtig. Denn was sich der Logik eines Mannes als nützlich erschließt, kann von der Partnerin schnell missverstanden werden und kränkend sein. Der neue Staubsauger, zum Beispiel: Er kann noch so funktional sein und x-verschiedene Programme haben, um die Hausarbeit zu erleichtern. Was bei der Partnerin jedoch häufig ankommt ist, dass der Mann sie nur in ihrer Funktion als Putzfrau wahrnimmt. Auch wenn es plakativ klingt, aber ich hatte immer wieder Paare in Therapie, bei denen genau das vorgefallen ist.

- Geldgeschenke/Gutscheine: Drücken zum einen sehr platt aus, wie viel die Partnerin einem wert ist, was kränkend oder teuer sein kann. Andernfalls drücken Geldgeschenke aus, dass der Mann seine Partnerin nicht gut genug kennt, um ein passenderes Geschenk zu finden.

- Selbstgeschenke: Sind Geschenke, die dem Schenkenden eher dienen als dem Beschenkten. Entsprechend kann das gut gemeinte Reizunterwäschegeschenk nicht als Wertschätzung verstanden werden, sondern, gerade wenn es in der Beziehung kriselt, als egoistische Selbstbeschenkung.

 

Wie schenken gelingt

Die Geschenksuche muss allerdings auch kein Hexenwerk sein, wenn man verschiedene Kriterien berücksichtigt. Gute Geschenke zeichnen sich nämlich durch diese Kriterien aus:

- Angemessenheit: Jedes Geschenk dient einem Anlass, egal ob Weihnachten, Geburtstag, etc. und entsprechend gibt es zu diesen Anlässen meist unausgesprochene Regeln, was ein angemessenes Geschenk ist. Sollte das Geschenk selbst gemacht sein oder eher gekauft? Sollte es einen Mindestwert haben oder einen bestimmten Wert nicht überschreiten? In Beziehung gilt stets das Prinzip Ausgleich. Das heißt, dass Beziehungen zu einem Ausgleich kommen muss, damit sie stabil sein können. Wer den Kontext und die unausgesprochenen Regeln des Schenkens nicht berücksichtigt handelt sich schnell eine Enttäuschung ein.

- Bedürfnisbezogenheit: Das wohl wichtigste Kriterium. Geschenke drücken indirekt den Zustand einer Beziehung aus. Die Frage: „Wie gut kennst du mich?“ oder „weißt du wer ich bin und was ich mir wünsche?“ drücken diesen Umstand am besten aus. Um eine passende Antwort zu finden, können diese Fragen helfen: Worum geht es dir im Moment? Wofür interessierst du dich? Was ist die im Leben wichtig? Beispiel: Eine Frau, die ihren Wert bestätigt wissen möchte, freut sich über eine Goldkette mehr, als eine Frau, die sich nach einer Auszeit mit ihrem Partner sucht und sich eher über einen gemeinsamen Urlaub freuen würde.

- Individualität und Kreativität: Wurde auf die oben genannte Frage eine Antwort gefunden, geht es ums das fine-tuning. Schließlich möchte eine Frau in ihrer Einzigartigkeit erkannt sein. Und da ist es weniger erfolgsversprechend, irgendein beliebiges Produkt zu kaufen. Stattdessen sollte das Produkt irgendein Merkmal besitzen, das in Bezug zur Partnerin steht. Vielleicht mag es die Lieblingsfarbe haben, oder das Muster des Lieblingskleidungsstücks. Vielleicht gibt es eine Geschichte, die den Gegenstand mit einer gemeinsamen Erfahrung verbinden lässt. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

- Selbst gemachtes: Kommt eigentlich immer gut an. Die meisten Geschenke können sich viele Menschen leisten. Wirklich besonders wird es dann, wenn man zeigt, dass man sich für das Schenken Zeit genommen hat und seinen vollen Fleiß und Einsatz gezeigt hat. Auch hier sind der eigenen Kreativität keine Grenzen gesetzt.

 

Und noch ein wichtiger Hinweis am Ende: Um es uns Männern ein bisschen leichter zu machen, deuten einige Frauen vor wichtigen Festlichkeiten an, was sie sich wünschen. Diese manchmal sogar absichtlichen Signale gilt es natürlich wahrzunehmen.

Fröhliches Schenken!

Mehr Unterstützung benötigt als nur für das richtige Geschenk?